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Die Hochebene Lavazè – ein Paradies von kaum zu überbietendem Artenreichtum.

Frühlingsblüte im Val di Fiemme

Harrige, glänzende oder klebrige Blätter, wild wachsende Orchideen, die nach Vanille und Schokolade duften und Edelweiße zwischen Meeralgengestein bilden einzigartige Pflanzen- und Blumenterrassen in Torfmooren, auf Weiden und auf den Hängen zweier sehr naheliegender Berge, die unterschiedlicher nicht sein könnten. So zeigt sich die Natur auf der Hochebene Lavazè.

Im Val di Fiemme wächst der fleischfressende mittlere Sonnentau. Er stammt aus Südafrika. Man findet ihn in den Torfmooren am Hochplateau Lavazè, auf 1780 m. Seine Wuchshöhe erreicht max. 20 cm

Auf den ersten Blick scheint er vom Tau bedeckt zu sein, weil seine feinhaarig besetzten Blätter an den Enden klebrige, glänzende Tropfen bilden. Für Insekten gibt es aus diesen klebrigen Tentakeln kein Entrinnen. Ist die Beute einmal gefangen, rollt sich das kleine Blatt des Sonnentaus zusammen wie eine Königsboa.

Mit aufmerksamen Augen kann man ihn im Frühjahr in den Hochmooren “Becco della Palua und “La Torba”, die beide sehr nahe aneinander liegen und ein einziges Biotop bilden, beobachten und bewundern. Unter den mehr als 200 Arten, die das Biotop besiedeln, sticht auch das Wollgras mit seinen langen Blütenhüllfäden ins Auge

Die Hochfläche Lavazè ist wahrlich ein artenreicher, blühender Garten. Wandert man die Berghänge zu den Zwillingsgipfeln Schwarz- und Weißhorn hinauf, wird man von den heimischen Blütenessenzen verzaubert. Die beiden westlich gelegenen Berge, unterschiedlichen geologischen Ursprungs, stellen hier ihre volle Blumenpracht zur Schau.
Während man am Schwarzhorn, das aus Porphyrgestein besteht, viele Blumenarten entdeckt, die man auch in der Gebirgskette Lagorai findet, zeigt sich das kalkhaltige Weißhorn mit Blumenwiesen und in Gipfelnähe mit leuchtenden Edelweißen, umgeben von den schroff aufragenden Zinnen der Latemar und Pale di San Martino Dolomiten. Und wenn im Juni am Schwarzhorn die glänzenden, haarlosen rostblättrigen Alpenrosen ihre Knospen bilden, stehen die charakteristischen bewimperten Alpenrosen am Weißhorn schon in voller Blüte. Überall wird man vom Duft der Orchideen betört wie vom stark duftenden rosa-violett blühenden Händelwurz und von roten und schwarzen Kohlröschen, die ihren Vanille- und Schokoladeduft verbreiten. Auch die fransige Prachtnelke, der elegante Türkenbund und der giftige weiße Germer bleiben nicht unbemerkt. Beeindruckend sind gleichermaßen die Fossilien von Algen, die man als Streifenmuster im Dolomitgestein beobachten kann. Hier wandert man in einem Gebiet, das einst vom Meer bedeckt war und heute ein Paradies von üppiger Natur ist. Deshalb lohnt es sich langsamen Schrittes durch die Berglandschaft zu wandern, um das weitläufige Panorama, das malerische Farbenspiel und all die Wunder der Natur am Hochplateau Lavazè mit allen Sinnen zu erfassen.

Frühling im Val di Fiemme bedeutet Eintauchen in großartige Bergwelten und in eine Blumen- und Pflanzenvielfalt, die ihresgleichen sucht.

Ein Spaziergang, der Ihnen durch die Bilder, Düfte und Aromen in Erinnerung bleibt.