Sicher Reisen

POLYNESICHER SKIRENNLÄUFER IM VAL DI FIEMME

30.01.2017

Der „Tomba aus Tonga“, wie er scherzhaft genannt wird, heißt Kasete Naufahu Skeen, ist 34 Jahre alt und trainiert seit 10. Januar 2017 auf den Pisten am Pampeago, um seinen olympischen Traum wahr zu machen.

Seine Geschichte erinnert an Kwame Nkrumah-Acheampong, dem „Schneeleoparden“ aus Ghana, der auf denselben Pisten für die olympischen Winterspiele 2006 in Turin und 2010 in Vancouver trainierte. Er wurde vom örtlichen Fremdenverkehrsverband Val di Fiemme und von der Firma Vist gesponsert.

Kwame war der erste Athlet aus Ghana, der an den Olympischen Winterspielen teilnahm. Nun möchte Kasete dies für seinen kleinen Staat Tonga, des Inselreichs Polynesien tun.

 Für die Alpine Ski-WM, die von 6. bis 19. Februar 2017 in St. Moritz stattfindet, hat er sich schon qualifiziert. Sein Hauptziel ist jedoch die Qualifikation für die Olympischen Winterspiele 2018 in Pyeongchang, Südkorea zu erreichen. Dafür arbeitet er hart. Trainiert wird er vom ehemaligen italienischen Skirennläufer aus Südtirol, Hermann Aigner.

Kasate wurde 1982 in London geboren. Sein Vater stammt aus Tonga, während die Mutter Engländerin ist. Mit dem Skilauf kam er in Kitzbühel als 12-Jähriger das erste Mal in Berührung.  Nie hätte er gedacht,  dass eines Tages der Skisport sein Leben auf den Kopf stellen würde mit dem Ziel, sein Land, einen abgelegenen Inselstaat im Südpazifik, vertreten zu dürfen. Der Traum wurde Wirklichkeit, als die FIS beim letzten Kongress den Inselstaat als Teilnahmeland aufgenommen hatte.

Sein sportliches Abenteuer begann im September 2016. Er kündigte seinen Managerposten bei „Opera Holland Park“ in London und übersiedelte in die Berge des Val di Fiemme.

Hier sorgt für die Unterkunft der Fremdenverkehrsverband Val di Fiemme. Das Sponsoring übernimmt die Firma Vist.  Somit kann der „Tomba aus Tonga“ konzentriert auf den 48 Pistenkilometern im Ski Center Latemar sein Ziel verfolgen.

Die Firma Vist, bekannte für  Ski-Ausrüstung, Skibekleidung und Outdoor mit Sitz in Kaltern, ist auch offizieller Ausrüster des russischen, bulgarischen, ungarischen und tongaischen Skiteams, sowie der erfolgreichen slowakischen Skirennläuferin Veronika Velez-Zuzulovà. Auch für Kwame Nkrumah-Acheampong war Vist offizieller Sponsor. Durch ihn inspiriert, entstand die berühmte Bekleidungslinie und Ski-Ausrüstung "Snow Leopard ".

Kasete hat mit seiner originellen Crowdfunding-Kampagne bereits mehr als £ 7300 eingesammelt, in der er sich wie folgt präsentierte: Ich heiße  Kasete Naufahu Skeen und bin ein Skifahrer aus Tonga. Gerne würde ich mich für die Olympischen Winterspiele 2018 in Pyeongchang qualifizieren. Ein Skiläufer aus dem Tropenparadies Tonga, klingt für sie seltsam. Doch hätten sie mich vor einem halben Jahr gesehen, würde dies für sie noch unglaubwürdiger scheinen.  Aber es ist Tatsache.  Ich bin zwar kein Profi-Skifahrer, habe bis vor sechs Monaten noch geraucht, habe zu viel getrunken und mich schlecht ernährt. Aber seitdem ich meinen Traum verfolge, bin ich ein anderer Mensch geworden. Ich rauche nicht mehr, trainiere, habe 25 kg abgenommen und meine Ernährung komplett umgestellt. Im September letzten Jahres verließ ich meinen Job als Manager einer bekannten Festveranstaltung des „Opera Holland Park Festival“, in London. Ich bin also nach Italien gezogen, um mich meinem Training zu widmen und entschlossen, erfolgreich zu sein.

INTERVIEW MIT KASETE SKEEN

Wann haben sie mit dem Skilauf begonnen?

Mit 12 Jahren bei den Schulskitagen in Österreich. Ich habe es schnell gelernt. Doch wenn man in London lebt ist es schwierig, diesen Sport weiter zu verfolgen. Es sind Jahre vergangen, bevor ich wieder auf Skiern stand. Dies ist meiner Freundin Anna und ihrer Familie, die in Schweden leben, zu verdanken. Sie haben mich wieder motiviert.

Wie kam es zur Zusammenarbeit mit der Firma Vist?

Sie entstand letzten Sommer. Vist lieferte mir die gesamte erforderliche Ausrüstung  um das Training mit Hermann Aigner aufzunehmen. Dadurch ging für mich ein Traum in Erfüllung.  

Wie hat sich ihr Leben verändert?

Komplett! Vorher arbeitete ich in Theatern, im Bereich der Opernproduktion. Musiker sind  engagiert in Konzerten und Veranstaltungen und kommen meist spät ins Bett. Dadurch waren auch meine Nächte sehr lang. Jetzt ist es das Gegenteil. Ich stehe früh auf, gehe zum Training und  abends zeitig schlafen. Ich möchte diszipliniert sein und auf meine körperliche Fitness achten.

Worin besteht ihr Ziel?

Vor allem an den Olympischen Spielen als Sportler des Königreichs Tonga in einer Sportart teilzunehmen, in der mein Land noch nie vertreten war. Ich denke, dies könnte auch eine Inspiration für andere sein die ebenso aus einer anderen Kultur kommen.  Wie man es bei mir sieht, alles ist möglich. Ich liebe die Berge und den Schnee, möchte so oft wie möglich auf den „Brettern“ stehen und  mein Bestes geben.

Haben Sie ein Ritual vor jedem Rennen?

Bevor ich ins Rennen gehe mixe ich Bass und Schlagzeug auf eine App meines Handys.

Außer dem Olympischen Traum, was möchten Sie noch ihrer Heimat Tonga schenken?

In den vergangenen sechs Monaten habe ich sehr auf meine Ernährung  und mein Wohlbefinden geachtet. In Tonga gibt es große Probleme von Diabetes und anderen Krankheiten, die meist auf falsche Ernährung zurückzuführen sind. Die durchschnittliche Lebenserwartung ist im Sinken, gerade wegen der mangelhaften Grundnahrungsmittel und der schlechten Lebensbedingungen. Diese Erfahrung lehrt mich wie sehr man sich um die eigene Gesundheit kümmern kann und muss.  Ich hoffe daher, ein gutes Beispiel für meine Landsleute zu sein.

Ihre tongaischen Wurzeln, ihr Leben in England, hätten sie nicht lieber einen Rugbyball in der Hand?

Tonga, in der Tat, ist ein Land der Rugby-Spieler. Etwas weniger als die Hälfte der 103.000 Einwohner spielen Rugby.

Für mich, eine andere Sportzukunft einzuschlagen, war König Tupou von Tonga ausschlaggebend. Er gründete im Sommer 2014 den Royal Tonga Skiverband, um die Sportler für die XIII Olympischen Winterspiele in Pyeongchang vorzubereiten.

Die Begeisterung für den Wintersport begann schon im Jahr 2014, als der Schlittenrennfahrer Fuahea Semi, genannt  Bruno Banani, bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi, für Tonga debütiert hatte.

Bisher gelang es nur einen Tongaer auf dem olympischen Podium zu stehen. Im Jahr 1996 holte sich Paea Wolfgramm bei den Olympischen Sommerspielen in Atlanta die Silbermedaille im Boxen, in der Gewichtsklasse Schwergewicht.  

06.02.2021

Ihr Restaurant zu Hause

Hier finden Sie die Liste aller Restaurants und Pizzerien im Val di Fiemme, die einen Lieferservice anbieten.
18.05.2020

La Sportiva Stratos Mask

Das italienische Unternehmen gibt die Preise und Technologien der hygienischen Mundschutzmasken bekannt
21.11.2019

Ab auf die Piste!

Erster Vorgeschmack auf den Winter. Am Samstag, 23. und Sonntag, 24. November 2019 nehmen die Sessellifte “Agnello” am Pampeago, “Paradisi” und “Ferrari” am Rolle Pass, ihren Betrieb auf. Winteropening aller Skigebiete Fiemme-Obereggen, 30. November 2019.
05.11.2019

Fiemme-Obereggen, Neuheiten Winter 2019-2020

1. LOOX NEUES APRÈS SKI OBEREGGEN
2. NEUER 8ER-SESSELLIFT REITERJOCH „PININFARINA“
3. AUSBAU DER BESCHNEIUNGSANLAGEN
4. NEUE SKIHÜTTE EPIRCHER LANER ALM
5. 16 NEUE LANDARTWERKE
27.10.2019

Die Top 10 Wintererfreuden

Val di Fiemme begeistert seine Gäste mit zehn fantastischen Erlebnissen: Nachtskilauf unterm Sternenhimmel, Kunstgenuss entlang der Pisten, berauschende Abfahrten, Wildfährten lesen, das Alpenglühen der Dolomiten erleben, Abendessen im Hüttenzauber.
17.06.2019

Val di Fiemme - Hinauf in luftige Höhen

Täglich vom 15.06 bis 16.09.2019. Hier finden Sie alle Informationen zu den Betriebszeiten der Liftanlagen, einschließlich der Sonderöffnungszeiten zu Saisonende.